Schon früh musste ich hart arbeiten und meiner Mutter bei den alltäglichen Pflichten zur Hand gehen. Sie war eine hervorragende Näherin und führte mich schon in jungen Jahren an die Kunst der Gewandschneiderei heran. Ich zeigte großes Talent und schon bald konnte ich meiner Mutter auch hier viel Arbeit abnehmen. Mein Vater vernachlässigte unsere Familie und kam nur zur Nacht ins Haus. Er sorgte sich wenig um unser Wohlergehen und so staute sich schon früh eine tiefe Verachtung in mir. Im Jahre 961 gebar meine Mutter eine weitere Tochter und in der darauffolgenden Nacht blieb das Bett meines Vaters leer. Er hatte uns ohne ein Wort verlassen und wir hörten nie wieder etwas von ihm.
Von nun an begann ein schweres Leben für uns. Meine Mutter arbeitete Tag und Nacht, um uns ernähren zu können während ich meine Schwester aufzog und das Haus versorgte. Ohne die Hilfe meines Onkels hätten wir die schwere Zeit wohl nicht überlebt.
Doch es sollten bessere Zeiten kommen, denn meine Mutter heiratete nach einiger Zeit einen wohlhabenden Händler aus Haddeby, der uns ein besseres Leben ermöglichte. Eben dort lernte auch ich einen Mann kennen. Sein Name war Marcas und er verdiente sein Geld mit dem Handel und der Lerderei. In der Gewissheit, dass es meiner Mutter und meiner Schwester gut ergehen würde folgte ich Marcas, der mich zu seiner Frau nahm.
Doch das Reisen machte mich nicht glücklich und ich bat meinen Mann mit mir sesshaft zu werden. Er folgte meinem Wunsch und wir ließen uns in einem kleinen Dorf im Süden Dänemarks nieder.